Rosenkreuzerische Regeln

 

1. Liebe Gott über Alles.

Gott lieben“ heißt Weisheit und Wahrheit lieben. Wir können Gott auf keine andere Weise lieben, als durch Gehorsam gegen das Göttliche Gesetz; und fähig zu werden, diesen Gehorsam gewissenhaft auszuüben, verlangt Kenntnis des Gesetzes, die nur durch Übung erlangt werden kann.

 

2. Widme Deine Zeit Deiner geistigen Entwicklung.

 

So wie die Sonne, ohne ihren Platz am Himmel zu wechseln, ihre Strahlen auf die Erde herabsendet, Reines und Unreines bescheint, und selbst die winzigsten körperlichen Dinge beleuchtet, so kann auch der menschliche Geist, seine geistigen Strahlen auf die Materie werfen, um Wissen über alle irdischen Dinge zu erlangen. Dabei ist es nicht nötig, dass der Geist sein eigenes göttlichen Selbstbewusstsein verliert und sich nicht von den Gegenständen seiner Wahrnehmung verschlingen lässt.

 

3. Sei vollkommen selbstlos.

 

Geistiges Wissen beginnt erst dort, wo jeder Sinn für das Selbst aufhört. Wo die Täuschung endet, die dem Mensch vorspiegelt, sich als ein von anderen abgetrenntes und abgesondertes Wesen aufzufassen, dort erst fängt er an, sich seinen wahren Zustand, als eine allumfassende Universelle und göttlich selbstbewusste Kraft zu vergegenwärtigen.

 

4. Sei gelassen, demütig, tätig und verschwiegen.

 

Das Tor zum inneren Tempel wird „Zufriedenheit“ genannt; aber kein Tier kann dort eindringen, sondern nur wer aufrecht geht, und seiner wahren Würde, als menschliches Wesen bewusst ist.

 

Ohne Kraftanstrengung kann nichts vollbracht werden; und nur in der Stille, wenn alle Gedanken und Wünsche ruhen, können die göttlichen Harmonien ins innere Ohr eindringen.

 

5. Lerne den Ursprung der in Dir enthaltenen „ Metalle“ kennen.

 

Unwissenheit ist die Ursache des Leidens. Was materiell ist, muss gekreuzigt werden und sterben, damit das was geistig ist, wiederauferstehen und leben kann.

 

6. Hüte Dich vor Quacksalbern und Lügnern.

 

Wer behauptet, Wissen zu besitzen, weiß nichts; nur derjenige durch den das Wort der Weisheit spricht, ist weise.

 

7. Lebe in ständiger Verehrung des höchsten Gutes.

 

Der Wurm sucht sein Vergnügen im Kot, und Schmutz; aber der freie Adler breitet seine Flügel aus und schwingt sich zur Sonne empor.

 

8. Lerne zunächst die Theorie, bevor Du die Praxis versuchst.

 

Wer mit einem vertrauenswürdigen Führer reist, ist sicherer als derjenige, der sich weigert, aus der Erfahrung anderer Nutzen zu ziehen.

 

9. Übe Mildtätigkeit gegen alle Wesen.

 

Alle Wesen sind Eins im Geiste, von einander Geschieden, lediglich durch die Täuschung der Form.Derjenige, der mildtätig gegen eine andere Form ist, in der das universelle Eine Leben sich offenbart, erspart sich eigenes Leid.

 

10. Lies die alten Bücher der Weisheit.

 

Bücher sind für den unreifen Geist dasselbe, was die Muttermilch für den Säugling ist. Wir müssen erst von anderen trinken, bis wir genügend Stärke und Erfahrung gesammelt haben, um zur Lebensquelle in uns selbst hinabzusteigen und von dort das Wasser der Wahrheit trinken zu können.

 

11. Versuche ihren geheimen Sinn zu verstehen.

 

Was äußerlich ist, kann mit dem äußeren Auge gesehen werden; was aber geistig ist, kann nur mit dem geistigen Auge gesehen werden.

 

 

( Quelle: Dr. Franz Hartmann ; Im Vorhof des Tempels der Weisheit )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Rosenkreuzerische Regeln

  1. „Wenn der höchste Grad geistiger Entwicklung erreicht ist, zieht der mit der höchsten geistigen Wirkungskraft der Seele begabte Geist die Wahrheit an und erfasst und weiß sofort die Verhältnisse, Ursachen und Wirkungen aller äußeren und inneren natürlichen und göttlichen Dinge. Er sieht sie in der ewigen Wahrheit wie in einem Spiegel der Ewigkeit. Durch diesen Prozeß kann der Mensch, während er noch in der ewigen Natur verbleibt, alles was in der inneren und äußeren Welt vorhanden ist, wissen und alle Dinge sehen, nicht nur diejenigen die sind, sondern auch die, welche waren oder in der Zukunft sein werden. Außerdem erlangt er dadurch, dass er mit der göttlichen Kraft ( dem Logos ) vereinigt und identifiziert ist, die Macht , die Dinge vermöge seines ( geistgen ) Wortes zu ändern. So kann der Mensch, der in der Natur ist, über ihr sein und ihre Gesetze beherrschen“. ( Cornelius Agrippa )

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