Gefieder

Mein Mensch er kämpfte lang durchs Leben

bis er der Leiden müde war.

Er verharrte, legt sich nieder,

leckt die Wunden des Gefieders.

Fliegen konnte er, längst lang,

bis zur Welt er kam und wurde lahm.

Das Gefieder längst vergessen

schien unnütz, wurde unsichtbar

„Kein Problem, es geht auch ohne“

sprach der Narr und setzt sich auf die Krone,

macht sich ungefiedert auf den Weg

der nur Stock und Steine birgt.

Ab und an ein kleiner Trost, der schnell vergessen

durch vermeintlich täglich Not.

Wundenleckend bemerkt er sein Gefieder

er legt es frei, erstaunt des Wunders.

Er schaut nach oben -sonderbar-

wusst` er nicht, dass dort auch Leben war.

„Fliegen lernen kann man nicht“, entgegnet ihm sein Wüterich

„Schuster bleib bei deinen Leisten, träume nicht

Wer kann`s sich leisten“?

Doch mein Mensch, er glaubt es nicht.

Er will fliegen, höher fliegen, dem Himmel entgegen

will die Welt von dort besehen, höher stehen.

So kann er sich sein eigen Bilde machen,

muss nicht glauben nur, was Andere sagen.

Gefieder freigelegt, schaut er in die neue Welt

macht sich auf, Neuland zu betreten und zu fliegen,

und bemerkt: von Liebe beflügelt, fliegt sich`s von selbst.

Er kann nicht fassen was er sieht,

wie anders scheint ihm alles was ihn nun umgibt.

Er sieht was ist, was treibt, was Liebe ist

und wie man Stock und Steine beiseite schiebt.

Nun sein Gefieder ihm heilig ist,

formuliert er dankbar und selig ein Liebeslied.

Summend sitzt er dort, an diesem wunderschönen (H)ort,

und bestaunt die neue Welt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s