(Video-) Spiel des Lebens // Dialoge mit Leopold

Auszug aus (Video-) Spiel des Lebens // Roman in 3 Büchern

 

Holli befindet sich aktuell in der holographischen Spielumgebung des fünften Levels im Spiel des Lebens. Sie ist noch nicht an die neue Umgebung gewöhnt. Beim Verlust ihres „Lebens“ im letzten Level hat sie fast alle Erinnerungen an dieses verloren, sodass es ihr leicht fällt zu lernen. Sie erforscht die Phänomene die ihr widerfahren und durch ihre neuen Eigenschaften, die das fünfte Level mit sich bringt, scheint dieses Spiel recht mühelos vonstatten zu gehen. Das war im vierten Level anders, zerrte an der Spielkraft der Figur. Mühelosigkeit beim lösen der Aufgaben durch Gedankenkraft. Das war genial und doch erschloss es sich ihr noch nicht in ganzer Tragweite.

In diesem Level macht der Spieler seine ersten Erfahrungen mit Zeitspringern. Diese Zeitspringer sind auserwählte Mitspieler, die auf diesem Spielfeld 5 aktiv interagieren können. Sie können das Spiel jederzeit betreten und Holli zur Seite stehen. Mitspieler, die sich in das virtuelle Spiel begeben und nun gemeinsam mit Holli versuchen, das Spiel zu besiegen. Einer dieser Zeitspringer ist Leopold, in ihrem realen  Leben Holli s  Vater. In Spielumgebung 4 war er auch ihr Vater, doch er verlor in diesem Level des Materialismus und der Sinnlichkeit, sein Leben und konnte ihr nicht weiterhelfen. Während er sich erholt von den Strapazen steht er ihr virtuell als Leopold bei. Er kommt jedes Mal wie aus dem nichts, an ungewöhnlichen Orten taucht er auf und sie tauschen sich aus. Dann verschwindet er genauso schnell wie er auftauchte. Er war ebenfalls in Level 4 ihr Bruder als auch ihr Sohn, in jeweils unterschiedlichen Spielverläufen. Entscheidende Hinweise kommen von ihm, er kennt sie sehr gut und kann dementsprechend einwirken. Lange geschah dies telepathisch, doch nun scheint Holli bereit für diese Begegnungen der Dritten Art.
Holli weiß nun, dass ihr Sein ein Spiel ist, kennt die Spielregeln und doch stellen sich ihr immer neue Fragen. Rudimente ihres vergangenen Lebens, Überzeugungen von Gestern poppen hier und da auf und sofern Holli ihnen Aufmerksamkeit schenkt, müssen sie erneut bearbeitet werden. Immer und immer wieder bis Holli konstant ihr Gleichgewicht halten kann.

Das Videospiel des Leben ist ein Denkspiel. Alles was geschieht beruht auf Gedanken, Gedanken steuern das Spiel, Gedanken verändern das Spiel, das Spiel findet in Gedanken statt und wurde durch Gedanken erschaffen. Holli lebt in einer gewaltigen Gedankenblase, die sich kontinuierlich und unweigerlich verändert. Erst muss der Spieler dies erkennen und dann damit umgehen. Er muss lernen,  das Spiel zu perfektionieren. Die Spielregeln des letzten Levels vollständig vergessen, die sofern dies dem Spieler nicht gelingt, zersetzen was er zuvor erschaffen hatte. Eine Gradwanderung für Holli. Jeden Tag. Beim täglichen Waldlauf denkt sie an Leo und in diesem Moment tritt er hinter einer Buche hervor. Sie begrüßen sich und Leo beginnt zu sprechen ohne dass sie die Frage gestellt hatte, die ihr auf dem Herzen lag.

Leo : Es ist oft derart, dass Mensch die Dinge erst verstehen kann, wenn er Worte dafür findet oder Erlebnisberichte studiert, die den eigenen sehr ähnlich sind. Das geschieht nicht zufällig, sondern es sind die Antworten des Lebens auf zuvor gestellte Fragen. Bittest du um Antworten so erhältst du verständliche Antworten und je höher dein Bewusstsein entwickelt ist, desto schneller und eindeutiger sind sie dir zugänglich. Du wirst festgestellt haben, dass Synchronisation rapide angestiegen ist. Die Dinge geschehen sehr schnell. Je größer dein Wunsch nach Verständnis desto eindeutiger die Antworten. Hat Mensch das volle Bewusstsein wiedererlangt, sind meist Antworten parat, bevor die Frage gestellt wurde. Alles ist klar, die Schleier verschwunden.
Durch die gemäßigte Entwicklung des Bewusstseins gewöhnen sich das menschliche Auge und seine restlichen körperlichen Sinne gemäßigt an die neue Situation, die neue Umgebung, die neuen Umstände. Der Mensch hinkt seinem Bewusstsein ein wenig nach, kann erst die wundersamen Ereignisse nicht realisieren, einordnen, ist der Freude nicht vollends fähig, da er noch Reste von Zweifeln lösen muss. Das Glück überrollt ihn nicht, er hat ausreichend Zeit Glück zu verinnerlichen und später auch halten zu können, ohne allzu große Anstrengungen. Glück bedeutet in diesem Fall harmonisches friedliches und angstfreies Sein im Wissen um die innewohnende Allmacht, die dem Willen des Bewusstseins folgt.
Zweifel, die dich umgeben, lassen dich weiter nach dem forschen, was du längst weiß, doch du haderst mit der Wahrheit umzugehen und suchst nach Bestätigungen. Das Weltbild das früher von Philosophen, Theologen oder Universalgelehrten vertreten wurde, hat in der Moderne nun nicht wirklich einen passenden Begriff geschweige denn Anerkennung.

Wir befinden uns hier und jetzt im 21 Jahrhundert, die Dinge haben sich immens verändert. Nicht jedoch die Wahrheit, nicht die universellen Gesetze und auch nicht die kosmische Sprache. Nun, den Prozess den ein Suchender durchläuft, die Abenteuer die er erlebt und die Attribute denen er schrittweise fähig wird , all dies ist Realität und geschieht auch jetzt und hier. Vielleicht nennen wir es Neosophie für den Augenblick. Wie ergeht es dir in diesem Level, welche Erkenntnisse hast du bereits gesammelt und sind die Menschen dir nun verständlicher ?

Holli : Neosophie ! Das gefällt mir. Der Begriff vernachlässigt nur vermeintlich die Wichtigkeit des Bewusstseins. Denn ohne ausgebildetes Bewusstsein ist die erforderliche Weisheit nicht zu erlangen, derer es bedarf die Dinge zu verstehen und besonnen anzuwenden.
Ich habe gelernt , dass jede noch so kleine Regung eines jeden, direkten Einfluss auf die Geschehnisse um ihn herum haben. Die Wichtigkeit der Werkzeuge – Wille, Intellekt & Gefühl – die in Zusammenarbeit das vorbereitete Bewusstsein erhöhen und dementsprechend magnetisch anziehen , habe ich lange übersehen. Und doch scheint es, als ob sich im Hintergrund die Dinge, aufeinander abgestimmt, in die rechte Position bringen.
Ich weiß sicher, dass ich fähig bin, bewusst zu wirken. Ich habe meine persönlichen Wunder erlebt, ich erlebe sie täglich. Ich erlebe das Leben in synchronizität, verstehe die kosmische Sprache zum Teil, sehe Antworten und Hinweise bunt hervorleuchten. Die Gesetze sind mir bekannt, und doch fällt es mir zum Teil schwer, danach zu leben. Ebenweil die Gesetze wirken, vergesse ich sie vorübergehend. Wie innen so auch außen. Mikrokosmos gleich Makrokosmos und umgekehrt. Vergesse ich mich im Alltag, steige hinab mit meinem Bewusstsein in alte Denkmuster, Gewohnheiten folgend, mit Unwissenden kommunizierend, meinen inneren Gott vergessend, lebe ich ein gewöhnliches Leben. Gewöhnlich im Sinne der gewöhnlichen Lebensweise und Resultate. Opfer statt Schöpfer. In diesen Phasen ist das tägliche Erleben recht beschwerlich, unkomfortabel, Disharmonien kommen auf und zwar genau solange , bis ich mich erinner und mein Bewusstsein aktiviere nur indem ich mich verbinde. Kaum verbunden bin ich erneut im Flow, Synchronisation stellt sich ein. Ein Zustand indem Dinge spielend einfach auf mentale Art bewegt werden. Gesprochenes erscheint fast zeitgleich auf der Bildfläche.

Das fällt Ungelernten schwer zu glauben und führt zwangsläufig zum Ausenseitertum. Dieses Außenseitertum isoliert und schafft energetische Freiräume. Diese Zeit der persönlichen Isolation scheint ein Teil des Plans ohne den es nicht funktioniert. Stille kann anders nicht erfahren werden.

L.: Die Stille. Welch seliges Wesen, das sie genießen und nutzen kann. Sie ist der geheime Hort, an dem die Schlüssel bereit liegen. Leider wurde die Stille fast eliminiert, sodass es einiges an Rebellentum bedarf, sie regelmäßig aufzusuchen und um eine Audienz zu bitten.

In Heiliger Natur erscheint sie fast augenblicklich und durchströmt den Suchenden. Heilsam wirkt sie ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. Sie verbindet was verbunden werden sollte. In unseren Städten ist dies kaum noch möglich. Das Resultat ist der Zustand unserer Gesellschaft. Wie Ein überdimensionaler Spiegel der Gedankenqualität des Kollektivs. Im Zustand der Stille ist dieser Zustand inakzeptabel und offensichtlich. Lärm hält Bewusstsein zurück. Doch ist es unerlässlich die Gedankenqualität des Kollektivs zu steigern, zu verändern um die Lebensqualität einer Gesellschaft zu verbessern. Ein Mensch der regelmäßig die Stille aufsucht um sich zu verbinden , ist des Krieges nicht fähig. So wird das Leben in jedem Fall dafür sorgen, dass dieser zu Fall kommt, dass er die Demut lernt, die Stille sucht, nach Gott schreit und sich Wissen aneignet.

Das ist der Weg den es zu beschreiten gilt. Am Ende ist die Seele geläutert und gereinigt. Ein sauberes Gefäß, bereit den höheren Willen auszuführen und aufzunehmen. Frei von Denkmustern der alten Welt, universell geöffnet.

Sei still und lasse das Leben Einzug nehmen für eine Weile, sehe die Stille als deinen besten Freund und lausche in der Tiefe deines Seins der Stimme der Stille die einzig fähig dich in die Geheimnisse des Lebens einzuweihen.

H: Doch leider empfinden viele Menschen die Stille als unangenehm, scheuen sie, wollen abgelenkt sein oder fühlen sich stets getrieben Dinge erledigen zu müssen. So scheint es Ihnen unmöglich, besonnen die Stille zu genießen und in ihr die Dinge zu bewegen. Das mag zu deinen Zeiten noch einfacher gewesen zu sein, auch waren die Menschen viel näher an der Natur. Aber mehr und mehr Menschen beginnen tatsächlich sich zurückzuziehen, bevorzugen zum Beispiel Arbeitslosigkeit mit ihren finanziellen und gesellschaftlichen Einschnitten um nicht mehr täglich getrieben zu sein, sagen nein zu den Erwartungshaltungen anderer, die uns stets auf Trab halten, Freiheit/ Befreiung ist ein Thema geworden. Herr / Frau seines Selbst zu sein. Die Menschen scheinen mir offen für alternative Denkmodelle, zu offensichtlich sind die bisherigen gescheitert. Ich denke, sobald die Menschen sich öffnen, neue Gedanken zulassen und mit diesem experimentieren, werden sie aufmerksamer ihre Umgebung studieren und bemerken was geschieht. Sie werden zwangsläufig Ereignisse erleben, die sie erstaunen werden, die Definition von Zufall wird endlich in Frage gestellt und auch seine Berechtigung. Man fängt „Feuer“‚ will mehr darüber wissen. Sucht nach Literatur oder Menschen auf ähnlichem Wege. Der Prozess, einmal begonnen, kann nicht rückgängig gemacht werden, durch eigene empirische Forschung erlangte Wahrheiten werden nicht mehr vergessen. Manchmal stagniert er, aber kann sofort wieder aktiviert werden. Man wird kritisch gegenüber erlerntem Schulwissen, den Medien, man versucht die Ursachen hinter den Wirkungen zu entdecken.

Ab diesem Zustand wird es schwieriger, man wird von der Allgemeinheit nicht mehr verstanden, nicht mehr ernst genommen. Man scheint in Rätseln zu sprechen und viele alte Bekanntschaften wenden sich ab, so sie nichts mehr mit einem anfangen können. Doch das schreckt den wahrhaft Suchenden nicht, es befreit und man lässt liebend ziehen, wissend dass das nun der Lauf der Dinge ist. Man beginnt in der Retrospektive die vergangenen schmerzhaften Erfahrungen neu zu bewerten und sie heilen. Die Vergangenheit schmerzt nicht mehr. Die eigenen Kräfte nehmen zu, Ängste verschwinden. Die Perspektive des Suchenden verschiebt sich und aus dem Suchenden wird ein Wissender. Antworten kommen immer schneller auf ihn zu, er hält eine Standleitung zum Wissen des Alls. Man beginnt seine Andersartigkeit zu mögen, man fängt endlich an zu schweigen, wirft keine Perlen mehr vor Säue. Man weiß, dass jedes Wort Zuviel ist, dass der Geist des Gegenübers niemals erfassen kann, was man sagen möchte, solange er es nicht selber erlebt hat. Niemals wird ein Mensch , der nicht um Frequenzen, Energien und Zyklen weiß und um deren Wirkungen im Universum , das Gesagte auch nur in Erwägung ziehen. Egal wie logisch es scheint.

Das hatte meiner Spielfigur am längsten zugesetzt. Sie konnte es einfach nicht annehmen, dass es nicht jedem überzeugt, dass nicht jeder danach strebt, Wahrheit und Weisheit zu erlangen. Dass nicht jeder das Leben als Illusion betrachtet. Wie sollte das auch möglich sein, welch Sinn hätte das Spiel noch, wenn einer die Arbeit für alle macht und als  einziger Erkenntnis durch Erfahrung erlangt ? Sinnlos. Sie hat hier gefühlte Ewigkeiten festgehangen. Jetzt Versuch scheiterte und schwächte sie, warf sie um Monate zurück. Selbst als sie ahnte, was es so schwierig macht, konnte sie es lange nicht ändern und lief so fast sehenden Auges in sich ständig wiederholende Szenarien. Ich setzte eine Runde aus, mich zu besinnen und einebnete Strategie auszutüfteln. Das Spiel schien schwieriger als erwartet….

( Fortsetzung folgt… )

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