Truman Show

Die Truman Show hatte mich damals schwer beeindruckt und offensichtlich auch beeinflusst, der Film ging mir nicht aus dem Sinn. Erst Jahre später fiel der Groschen.

Er lebte arglos ein bürgerliches, zufriedenes Leben und tat keiner Fliege was zuleide. Dümmlich naiv und arglos trat er seinen Mitmenschen entgegen. Er beschenkte sie mit guter Laune und hatte hatte für jeden ein offenes Ohr.

Seine Welt schien heil und in bester Ordnung, er hatte viele Freunde, war gesund, ein eigenes kleines Haus samt Frau. Truman war bester Dinge, ihm kam nicht in den Sinn, dass die Welt in der er lebt , von unsichtbaren Dritten, gesteuert und manipuliert wird. Er war zufrieden. Kein Neid, kein Zorn, keine Gewalt, kein Ehebruch oder andere Laster beschwerten sein Leben.
Wahrscheinlich hätte wohl auch Truman sein Leben als lebenswert beschrieben bevor der erste Scheinwerfer „versehentlich“ vor seine Füße fiel.

Wie anders würde die Beschreibung des Big Brother Teams über das, was Truman sein Leben nennt, lauten. Sie schauen von „oben“ auf seine Welt, erkennen das ganze Theater und kämen nicht auf die Idee eines gelebten freien Willens des Truman, denn sie wissen es besser.
Sie gaukeln ihm ein Leben, eine Kulisse, Schauspieler und Statisten vor, orchestrieren jedes Detail und jede Begebenheit. Truman hat nicht den Hauch einer Chance die wahre Geschichte zu erkennen. Er ist der Lage vollkommen ausgeliefert. Sein Leben, von Menschen die sich das Recht dazu nehmen , zur Farce gemacht. Die Krönung seines jämmerlich gemachten Lebens, die Tatsache, dass nur er dies nicht weiß und er täglich im Wohnzimmer fremder Menschen lebt, die jedes Detail beobachten.

Eine denkbar horrende Vorstellung ein solches Leben leben zu müssen. Erfreulicherweise gab es ein Happy End.Truman als Held seiner Welt, als Eroberer seines eigenen Lebens, kämpfend um Recht, Würde, Souveränität und Selbstbestimmung. Kämpfend für Zustände die selbstverständlich sein müssten, in einer Welt mit Bewohnern die sich Krone der Schöpfung nennen. Unmögliches vollbringend in einer Realität, in der Unmögliches unmöglich scheint. Ein reines Herz gewinnt. David gegen Goliath und tatsächlich hat David gewonnen. Ha!

Das Schmerz und Wut den Mensch zur Transformation anfeuern und diese beschleunigen können, wurde vielleicht auch schon von Goliath übersehen, die Macht und Kraft des einzelnen Menschen unterschätzend.

Transformation durch Schockstarre der Erkenntnis verbunden mit Wut und Schmerz, das ist es, was Truman widerfahren sein könnte. Die gewaltsame selbstherbeigeführte Sprengung des alten Weltbildes war von Nöten, ein eigenes Weltbild  zu kreieren. Undenkbares wurde denkbar und anschließend Realität.Truman dreht kämpferisch den Spieß um. Er weiß, es geht um alles. Resignation ist keine Option. Er spielt nicht mehr mit. Einzig Befreiung im Sinn, riskiert er sein Leben, überwindet seine eingespeisten Ängste, denn alles ist besser als diese Farce weiter zu leben.

Stellt sich dem Leser an dieser Stelle auch die Frage : Sind wir nicht alle Truman?
Geht es uns besser als ihm, bevor er wissend war? Über wieviel Freiheit verfügen wir wirklich, wieviel freien Willen können wir leben ohne zu wissen, was hinter den Kulissen läuft? Sind nicht auch wir von Geburt an dem (Schau)Spiel ausgeliefert, das wir Leben nennen ? Schaut uns die Matrix nicht ständig über die Schulter und kann auf Knopfdruck in unser Wohnzimmer schauen oder hören und sind wir nicht vollkommen transparent für das System in dem wir leben?

Truman hätte sich auch weiter zufrieden geben können mit offensichtlichen Ungereimtheiten, Veränderungen scheuend. Hat er aber nicht. Schatten als Schatten erkannt strebt er nichts als das Licht ( Wahrheit) an. Will das Ideal erreichen, sich nicht mit Schatten ( Illusionen ) zufriedengeben.

Hätte Truman sich nicht nach einer besseren, ehrlicheren Welt gesehnt, diese gar nicht in Erwägung gezogen in seiner verkehrten Welt, so wäre er dort auch nicht gelandet.

War es vielleicht dass, was man uns mit diesem Film mitteilen wollte, war es eine Aufforderung die Welt in der wir leben zu hinterfragen und auszusteigen und zeigt uns Truman vielleicht wie wir es anstellen können ?

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